Kennenlern-Paket 2019

Cabernet Sauvignon

Herkunft

Um die Herkunft des Cabernet Sauvignon ranken sich viele Theorien. Angeblich ist die Rebsorte 1635 zum ersten Mal in Frankreich urkundlich erwähnt. Die Vermutung liegt nahe, dass die Rebe von der antiken Sorte Biturica abstammen könnte, die von Plinius dem Älteren (23 – 79) erwähnt wurde. Sicher ist allerdings, dass die Traube im 18. Jh., in den Weinbergen von Bordeaux verstärkt in Erscheinung trat.

Cabernet Sauvignon in Spanien

Es gibt gute Gründe für die spanischen Winzer, ihre eigenen Rebsorten zu pflegen. Diese Sorten sind an die Bedingungen des Terroirs seit Jahrhunderten angepasst. Sie ermöglichen außerdem die Erzeugung individueller, einzigartiger Weine, die nirgendwo sonst in der Welt wachsen können. Dennoch kann es reizvoll sein, sich auch an international verbreiteten Sorten zu versuchen. Die heute „international“ genannten Sorten haben ihre Heimat meist in Frankreich. In einigen Regionen Spaniens finden vor allem Cabernet Sauvignon und Syrah sehr gut Wachstumsbedingungen vor und können das traditionelle Sortenspektrum bereichern. Ihr Anteil an der Rebfläche liegt noch deutlich unter zehn Prozent, denn spanische Winzer hüten ihren größten Schatz: die autochthonen spanischen Sorten.

Pioniere wie Miguel Torres und Jean León in Katalonien oder Carlos Falcó in den Bergen von Toledo riskierten erheblichen Ärger, als sie vor mehr als 30 Jahren erste Cabernet-Sauvignon-Reben in spanischen Boden pflanzten. Sie bewiesen eindrucksvoll, dass die berühmteste rote Sorte der Welt, die aus dem Bordelais stammende Cabernet Sauvignon, auch in Spanien hervorragende Ergebnisse bringen kann.

Inzwischen ist Cabernet Sauvignon in vielen D.O.-Regionen zugelassen. Dabei wird sie nicht überall sortenrein ausgebaut. In Ribera del Duero beispielsweise darf sie nur zu maximal 30 Prozent Anteil im Cuvée auftauchen. In Navarra und Somontano gibt es zwar vereinzelt sortenreine Cabernets, doch die Mehrzahl der Bodegas setzt die französische Sorte auch hier in der Cuvée ein, häufig unter Beteiligung der Tempranillo.

Cabernet sorgt in diesen Fällen für Struktur, Tempranillo für Schmelz und Wärme. Mit über 19.000 ha Fläche ist Cabernet Sauvignon heute die meistverbreitete internationale Sorte in Spanien. Der größte Teil dieser Flächen befindet sich in Castilla-La Mancha, wo die Rotweinflächen – auch anderer Sorten, nicht zuletzt der Tempranillo – in den vergangenen 15 Jahren besonders stark ausgeweitet wurden. Durchaus nicht jedes spanische Terroir eignet sich für Cabernet Sauvignon. In „kühleren“ Anbaugebieten gelingt es der spät reifenden Rebe nicht immer, vollreife Trauben zu ernten. In Regionen wie Bierzo, Ribera del Duero oder Rioja, ist die Sorte nach Ansicht vieler Winzer den einheimischen Reben unterlegen.

Eigenschaften

Der vielleicht außergewöhnlichste Aspekt dieser Traubensorte ist vielleicht die Fähigkeit, ihre Wurzeln in jeden Boden der Erde zu senken und überall und unter allen Verhältnissen etwas hervorzubringen, was unverkennbar Cabernet Sauvignon ist. Vor allem bemerkenswert am Cabernet Sauvignon ist jedoch in erster Linie sein eindeutiger Fruchtgeschmack - der oft mit schwarzen Johannisbeeren verglichen wird, während das Aroma an grünen Paprika erinnert -, und seine Struktur und Eigenart, die Besonderheiten des jeweiligen Jahrgangs und des Terroirs klar zum Ausdruck zu bringen.

Charakteristisch für die Cabernet-Sauvignon-Beere sind ihre geringe Größe, das hohe Verhältnis von Kernen zu Fruchtfleisch und die dicke Schale, die an der Rebe ausgesprochen blau erscheint. Die Traubenkerne tragen erheblich zum hohen Tanningehalt von Cabernet Sauvignon Weinen bei.

Nahezu unverwechselbar macht die Traubensorte ihre erstaunlich Konzentration an Tanninen, Pigmenten und Geschmacksstoffen. Cabernet Sauvignon kann Rotweine von tiefer Farbe hervorbringen, die lange Maischung und Barriqueausbau lohnen, wobei nachweislich eine besondere Affinität zur feingemaserten französischen Eiche besteht. Die eigentliche Attraktivität des Cabernet Sauvignon liegt weniger in seinen primären Fruchtaromen, sondern besonders in den vielen, subtilen Geschmacksstoffen, die sich über viele Jahre hinweg zu einem delikaten Bukett entfalten.

Quelle: VinosVinos 03/2008