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La Mancha
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Aus der Region La Mancha stammen die Weine von Bodegas Tinedo, die aber als Landweine klassifiziert sind.

Steckbrief

D.O. La Mancha

Lage: Größtes Weinanbaugebiet Spaniens, südlich der Hauptstadt Madrid bis in die Südhälfte der kastilischen Hochebene
Fläche: 162.200 ha
Klima: Extrem kontinental mit kalten Wintern und heißen Sommern. Niederschläge zwischen 300 und 400 mm.
Höhe: 700 m
Böden: Wenig fruchtbare Böden, sandig kalkhaltig und lehmig
Rebsorten:
Weiß: Airen, Malvar, Albillo, Perellada, Macabeo, Sauvignon Blanc, Moscatel, Riesling, Gewürztraminer
Rot: Tempranillo (hier Cencibel genannt), Garnacha, Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah, Petit Verdot, Bobal, Mencia, Monastrell, Cabernet Franc, Pinot Noir

Jahrgangsbewertung: siehe hier

Allgemein

La Mancha, die Heimat des Don Quijote, eine riesige Hochebene von endloser Weite und dramatischer Schönheit, ist heute das größte zusammenhängende Weinanbaugebiet der Welt. Südlich von Madrid erstreckt sich diese weite Hochebene nach Süden hin, die mit einem Durchmesser von ca. 250 km das Zentrum Spaniens einnimmt: Castilla-La Mancha. Seit Jahrhunderten ist das Bild dieser zentralen "Meseta" geprägt durch agrarische Strukturen. Weite Olivenhaine und gelbe Getreidefelder ziehen sich scheinbar endlos über die weite Ebene bis zum Horizont unterbrochen von zahllosen grünen Tupfen auf rotbrauner, krümeliger Erde: den Weinfeldern. In ertragreichen Jahren bringt La Mancha fast die Hälfte der gesamten spanischen Weinproduktion hervor. Die Region Castilla-La Mancha umfasst fünf Provinzen, auf die sich der Weinbau der D.O. La Mancha wie folgt verteilt:

Albacete (20.198 ha/11%)

Ciudad Real (93.241 ha/49%)

Cuenca (36.660 ha/19%)

Toledo (40.881 ha/21%).

Geschichte des Don Quijote

Berühmt wurde La Mancha vor allem durch den Schriftsteller Miguel de Cervantes Saavedra (1547-1616) mit den Abenteuern des Don Quijote. Der Held seines Romans "Don Quijote de la Mancha" erzählt die Geschichte des sinnreichen Junkers. Don Quijote ist das bekannteste Werk der spanisch-sprachigen Literatur und einer der bedeutendsten Romane der Weltliteratur. Der verarmte Junker Don Quijote verliert durch die Lektüre unzähliger Ritterromane den Verstand und beschließt, nun selbst als Ritter auszuziehen, um die Abenteuer zu suchen und all das zu üben, was er gelesen hat. Wie die fahrenden Ritter will er jegliche Art von Unbill wiedergutmachen und sich in Gelegenheiten und Gefahren begeben, durch deren Überwindung er ewigen Namen und Ruhm gewinnen würde.

Don Quijote holt seinen alten Klepper aus dem Stall, gibt ihm den klangvollen Namen Rosinante, stellt sich notdürftig eine Rüstung zusammen und bricht auf. Dieser erste Versuch scheitert kläglich: Der vermeintliche Ritter wird von Maultiertreibern zusammengeschlagen, halbtot von einem Nachbarn aufgefunden und nach Hause gebracht. Aber Don Quijote lässt sich nicht entmutigen. Nach seiner Genesung kann er einen Bauern aus dem Dorf, Sancho Pansa, als Knappen gewinnen und bricht gemeinsam mit ihm erneut auf. Die Windmühlen, denen sie bald darauf begegnen, hält Don Quijote trotz Sanchos Einwänden für Riesen und liefert sich mit ihnen seinen berühmtesten Kampf. Immer wieder führt Cervantes im Don Quijote auf diese Weise vor, was passiert, wenn man die Regeln der phantastischen Ritterwelt auf die profane Wirklichkeit anwendet. Am Ende des ersten Teils kehrt Don Quijote nach vielen Abenteuern, bei denen er zumeist reichlich Prügel bezogen hat, erschöpft in sein Dorf zurück.

Geschichte des Weinbaus

Wie in allen anderen Mittelmeerländern auch, fasste in Spanien der Weinbau zunächst an den Küsten Fuß, um dann erst später ins Landesinnere vorzudringen. So war der Weinbau an der spanischen Mittelmeerküste bereits um die Zeitenwende Ausdruck und Symbol eines florierenden Handels und einer blühenden Wirtschaft. Später eroberte sich der Weinanbau auch das spanische Zentralplateau, das Gebiet der heutigen Mancha. Trotzdem scheint es schon zurzeit der Römer in bescheidenem Umfang Weinbau im Gebiet des heutigen Castilla-La Mancha gegeben zu haben, der sich offensichtlich auf kleine Areale rund um die römischen Siedlungen der Region beschränkte.

Einige Historiker machen den Ursprung des Weinbaus um die Siedlung Acinippo (acinus = Kern der Weintraube), im Gebiet des heutigen Valdepeñas gelegen, fest. Zum wirtschaftlichen Faktor in der Region wurde der Wein allerdings erst mehr als tausend Jahre später. In der Region von Valdepeñas wurde sogar während der maurischen Besetzung Spaniens Wein angebaut - eine spezielle Ausnahmegenehmigung des Kalifats machte dies möglich. Als die Kreuzritter vom Templerorden unter Alphons VII. im Jahre 1150 weite Teile der Mancha von den Mauren zurückeroberten, fanden sie zumindest in der südlichen Mancha, in der Region Valdepeñas, einen intakten Weinbau vor. Über die Entwicklung des Weinbaus in der Folgezeit wurde eine Vielzahl von Sagen überliefert: So soll der Zisterzienser-Mönch Raymond de Citeaux, später in Spanien als Raimundo de Fitero bekannt, nach einer langen Phase der Meditation im französischen Kloster Bergerac, auf seinem Pilgerweg nach Süden die Pinot Noir-Rebe mit nach Spanien gebracht haben. Demnach wäre der Pinot Noir die "Mutter" der heutigen Tempranillo- oder auch Cencibel-Rebe, wie sie in La Mancha genannt wird.

Das 15. Jahrhundert schließlich wurde zum "goldenen Zeitalter" für die La Mancha-Weine. Am Hof Philips II. erfreuten sich die Weine aus der La Mancha größter Beliebtheit. Unter Karl III. hatte ihr Konsum in der Hauptstadt solche Ausmaße erreicht, dass der König eine Steuer auf den Wein erhob, mit der große Bauwerke wie das Alcalá-Tor oder das Toledo-Tor in der alten Stadtmauer finanziert wurden. Aus jener Zeit sowie aus dem 16. und 17. Jahrhundert finden sich auch viele literarische Quellen, in denen die Qualität der La Mancha-Weine hervorgehoben wird. Zitiert sei hier der große Cervantes, der zum La Mancha-Wein in seinem Don Quijote - nicht ohne einen Schuss Ironie -bemerkt: "Er lobte den Wein so sehr, dass er ihn fast in den Himmel hob. Er geriet jedoch keinen Moment in die Gefahr, ihn so lange dort oben zu lassen, dass er als Wasser hätte herunterregnen können".

Während des 16. und 17. Jahrhunderts wurde der Wein auf Grund der steigenden Produktion schließlich auch zum Getränk des kleinen Mannes. Im Madrid des 17. Jh. entstanden zahllose Tavernen, in denen der gute und preiswerte Wein aus der La Mancha unter Bezeichnung "vinos de Ciudad Real" (Ciudad Real ist die größte Stadt der Region im Zentrum der Mancha) in Strömen floss. Madrid mit seinen Bars, Kneipen und Tavernen blieb bis ins 20. Jahrhundert ein wichtiger Markt für die Weine aus der Mancha, obwohl dieser Markt seit Beginn des 19. Jahrhunderts immer schwieriger wurde. Schon damals liebten die Madrilenen die Abwechslung, und nach und nach nahmen Weine aus Rioja, Jerez und anderen spanischen Weinbaugebieten dem La Mancha-Wein einiges an Marktanteilen weg.

Trotzdem wuchs die wirtschaftliche Bedeutung des Weinanbaus in der Mancha stetig. Im Jahr 1857 betrug die bebaute Rebfläche in der Region von Ciudad Real bereits 67.302 ha mit einem Ertrag von 11 hl/ha. Innerhalb von knapp 60 Jahren verdoppelte sich die Rebfläche bereits wieder: Im Jahr 1913 wurden im gleichen Gebiet auf 132.381 ha Wein angebaut. Auch die Reblaus, die erstmalig im Jahr 1900 in der Mancha auftrat und in folgenden Jahren den gesamten Rebbestand vernichtete, konnte die rasante Ausdehnung des Weinbaus nicht wurde in großem Rahmen mit dem Anbau der Weißweinrebsorte Airén begonnen, die heute noch das Bild der Weinlandschaft in der Mancha prägt. La Mancha-Weine wurden in jener Zeit - auch auf Grund ihrer Preiswürdigkeit - zu den beliebtesten Konsumweinen in ganz Spanien.

Diese Entwicklung setzte sich auch nach dem spanischen Bürgerkrieg fort und führte schließlich dazu, dass die Mancha heute das größte zusammenhängende Weinbaugebiet der Welt darstellt. In den 60er und 70er Jahren kam es durch die Expansion jedoch zu erheblichen Problemen. Der Mancha-Wein hatte nun mit wachsenden Absatz- und Imageproblemen zu kämpfen. Nach einer langen Zeit der Massenproduktion von eher anspruchslosen Weinen ist in den letzten Jahren auch hier -besonders in den kleinen Familienbodegas - der Trend zu anspruchsvollen spanischen Rotweinen festzustellen. Fast alle Bodegas arbeiten mit moderner Kellereitechnologie und temperaturkontrollierter Gärung, so dass sich die Weine aus La Mancha heute als international konkurrenzfähige Qualitätsprodukte auf hohem Niveau präsentieren können.

Klima

Die Mancha ist durch ein extremes Kontinentalklima mit kalten Wintern und heißen Sommern geprägt. Die früher stark bewaldete Region wurde im Laufe der Jahrhunderte fast völlig abgeholzt. Trockenheit und Waldarmut bewirken die zeitweise starke elektrische Aufladung der Atmosphäre mit teilweise extremen Gewittern, Hagel und Sturm. Bei insgesamt ca. 200 Sonnentagen erstreckt sich die aktive Vegetationsperiode in der La Mancha über 230 bis 255 Tage. Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei 14,6 °C, die niedrigste Temperatur wurde in Albacete mit -22,5 °C gemessen. Pro Jahr fallen in der La Mancha etwa 400 mm Niederschlag, der größte Teil davon im Winter und Frühjahr. Der Anteil der Niederschläge während der aktiven Vegetationsperiode beträgt ca. 240 mm.

Boden

Castilla-La Mancha ist aus geologischer Sicht ein flaches Hochplateau, das nach Süden zur Sierra Morena hin in ein welliges Hügelland übergeht. Die rotbraunen, krümeligen Böden stammen aus dem Miozän. Sie sind arm an organischer Materie und stark kalkhaltig. Ab und zu stößt man bei der Bodenbearbeitung auf regelrechte Kalkkrusten die durchbrochen werden müssen, damit die Wurzeln der Weinreben weiter in den Boden vordringen können. Das trockene, semi-aride Terrain mit seinen mageren Böden, die vielerorts mit Steinen und Kies durchsetzt sind, ist für den Weinbau geradezu ideal.

Rebsorten

Wie in den anderen spanischen Qualitätsweinbau-Gebieten auch, ist die Zulassung der Rebsorten Angelegenheit des Consejo Regulador, des Kontrollausschusses der jeweiligen D.O. Historisch gesehen begann der Weinbau in der La Mancha mit der Erzeugung von Rotweinen. In der Phase der großen Expansion während der letzten 90 Jahre wurde zum überwiegenden Teil die Weißweinrebe Airén gepflanzt. In den letzten Jahren ist ein neuer Trend zur verstärkten Anpflanzung hochwertiger Rotweinreben, in ersten Linie der Cencibel, erkennbar. Zugelassene Rebsorten für die Mancha sind:

Weißweinreben:

Airén

Macabeo

Chardonnay

Sauvignon Blanc

Moscatel de grano menudo

Verdoncho

Verdejo

Rotweinreben:

Cencibel

Garnacha

Moravia

Cabernet Sauvignon

Merlot

Syrah

Petit Verdot

Airén

Die Airén ist sicherlich die wichtigste Rebsorte in der La Mancha. Sie ist eine äußerst fruchtbare Weintraube, die pro Frucht ein Gewicht von ein bis zwei Kilo erreichen kann. Die Airén ist, was die Ansprüche an den Boden und das Klima betrifft, eine äußerst genügsame Sorte. Hinzu kommt eine sehr geringe Anfälligkeit gegenüber Mehltau. Aus der Airén wurden in der Zeit vor der kontrollierten Gärung sehr schwere, äußerst aromatische Weine mit häufig leicht oxydativem Charakter gekeltert. Heute werden in der Mancha aus der Airén herrlich fruchtige junge Weißweine hergestellt, deren Alkoholgehalt bei 12 bis 13º liegt.

Macabeo

Bekannter ist die Macabeo vielen Weinfreunden unter dem Namen Viura. Die spät treibende, frostharte Sorte, die ab Mitte September gelesen wird, ist für ihre Anpassungsfähigkeit an die verschiedensten Boden- und Klimabedingungen bekannt. Die Macabeo wird in der La Mancha noch in sehr geringem Ausmaß angebaut. Aus ihr werden frische, reintönige Weine gekeltert, deren Alkoholgehalt zwischen 11% und 12% schwankt.

Cencibel

Cencibel ist nichts anderes als ein Synonym für die große spanische Rotweinrebe Tempranillo, die, bedingt durch Klima und Boden, in der La Mancha einen ganz eigenständigen Weintyp hervorbringt. Die Cencibel Traube hat eine dicke Schale von tiefschwarzer Tönung. Ihre Weine bestechen durch eine kräftige Farbe, eine ausgewogene Säure und ein lebendiges Aroma. Ihr Alkoholgehalt liegt bei 12%. Sie zeichnen sich durch eine hohe Oxydationsbeständigkeit und eine unverkennbare Blume aus. Der gute Tanningehalt prädestiniert die Cencibel-Weine für eine langjährige Alterung und Reifung.

Garnacha

Die genügsame Garnacha-Rebe wächst noch auf außergewöhnlich steinigen und trockenen Böden und zeigt auch gegenüber Hitze und starkem Wind große Widerstandsfähigkeit. Sie ergibt Weine mit blasser Farbe, aber kräftigem Körper, die einen Alkoholgehalt von bis zu 16% erreichen. Ihre Oxydationsneigung erfordert viel Umsicht bei der Weinbereitung. Die Garnacha wird in der La Mancha häufig für Verschnitte verwendet.

Moravia

Die Moravia ist ebenfalls eine Sorte, die sich geradezu perfekt an das kontinentale Klima der La Mancha angepasst hat. Sie ist heute vor allem in den Provinzen Cuenca und Albacete zu finden. Die Moravia bringt bei mittleren Erträgen Weine mit einer hohen Säure. Entsprechend werden die Weine aus der Moravia, die übrigens recht oxydationsempfindlich sind, in erster Linie zum Verschnitt mit säurearmen Rotweinen benutzt.


Quelle: www.wein-aus-spanien.org