Kennenlern-Paket 2017

Rebsorten

Spanische Rebsorten 

Schon vor mehr als 100 Millionen Jahren gab es Pflanzen mit reblaubähnlichen Blättern. Die ältesten Samen sind über 60 Millionen alt, was Funde in Nordeuropa, in Südengland und Nordamerika belegen. Als die Menschen vor 1 Million Jahren den aufrechten Gang probierten, war Europa von einer Fülle von Rebpflanzen bewachsen. 

In Europa überdauerte die Wildrebe Vitis vinifera die Kälte. Rund um das Mittelmeer, nach Osten bis Afghanistan und nach Norden bis zum Kaukasus und nach Mitteleuropa verbreitet, ist sie die genetische Basis unserer Kulturreben. 

In der Eiszeit vor 500 Jahren verschwanden frostempfindliche Arten. Andere überwinterten die kalten Jahrtausende, um bei Klimaverbesserungen in den Warmzeiten mit Vögeln wieder nach Norden zurückzukehren. 

Heute besitzt Spanien 146 anerkannte Rebsorten, die das Land zu einer der abwechslungsreichsten Weinbaukulturen der Erde machen. Die einheimische Garnacha ist die meistangebaute rote Rebsorte und Spanien besitzt mehr Rebsorten als in allen anderen Weinbaunationen zusammen. Unter den weißen Rebsorten ist die in der La Mancha beheimatete Airén die am weitesten verbreitete Sorte (sie ist übrigens die meist angebaute Rebsorte der Welt).

Die Wichtigkeit der eigenständigen Rebsorte war früher als Qualitätsfaktor unbestritten. Das Klima, der Boden und die Ausbau durch den Menschen machten den Rest aus, um einen Wein zu kreieren. Die Bodenbeschaffenheit, das Mikroklima und die Arbeit des Winzers überdecken heute manchmal die Wichtigkeit einer jeden Rebsorte.

Der Kult um die weltweit bestimmenden Rebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot und Chardonnay ließ viele autochthone Rebsorten in Vergessenheit geraten. Die Winzer riskierten den Verlust der Persönlichkeit eines jeden Weines und die Tendenz hin zum Einheitswein. Als Reaktion auf das Risiko des Persönlichkeitsverlusts lebte das Konzept des Sortenverschnitts wieder auf. Diese Praxis bringt neue, große Weine hervor und hält das Interesse an den immer bekannten Rebsorten am Leben. Dank moderner Ausbausysteme lassen sich die Schwierigkeiten überwinden, die einige autochthone Rebsorten aufweisen, deren Anbau wegen des geringen Ertrags aufgegeben wurde.

Mit Sicherheit ist mit den bisherigen „Wiederentdeckungen“ wertvoller weißer Sorten aus Spanien noch nicht das Ende der Entwicklung erreicht. Wer die Szenerie beobachtet, hat eher den Eindruck, bei Weißwein beginnen Spaniens Önologen gerade mit dem Ausloten aller Möglichkeiten. Der Weinfreund kann sich so Jahr für Jahr über Entdeckungen aus dem Land der autochthonen Reben freuen.

Die wichtigsten Rebsorten im Überblick

Rote Rebsorten


Weiße Rebsorten