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Toro
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Steckbrief

D.O. Toro

Lage: In Castilla y León in den Provinzen Zamora und drei Gemeinden der Provinz Valladolid, südlich des Flusses Duero
Fläche: 5.800 ha
Klima: Extrem kontinental mit leicht atlantischem Einfluss. Niederschlagsmenge 400 mm im Jahr.
Höhe: 600 bis 750 m
Böden: Dunkle Böden mit hohem Kalkanteil. Die besten Böden mit Geröll und Kies stammen von Flussablagerungen.
Rebsorten:
Weiß: Malvasia, Verdejo
Rot: Tempranillo (Hauptsorte) hier Tinta de Toro genannt, Garnacha Tinta

Jahrgangsbewertung: siehe hier

Allgemein

Auch das erst seit knapp 15 Jahren geschützte Weinanbaugebiet D.O. Toro liegt ebenso wie Ribera del Duero, Cigales und Rueda am Fluss der großen Weine - dem Río Duero. Das Anbaugebiet befindet sich in der Provinz Zamora. Hier wurden schon jahrhundertelang die besten Weine aus Kastilien erzeugt. Zentrum des aus 12 Gemeinden bestehenden Weingebietes ist das Städtchen Toro, das der Region ihren Namen gab und hoch und malerisch über dem Río Duero gelegen ist. Das Anbaugebiet dieser Denomination liegt im äußersten Osten der autonomen Region Castilla y León. Der Duero, das extrem kontinentale Klima und die Böden, die sich aus den Ablagerungen von Sand, Quarzschotter und Kalksteinfragmenten gebildet haben, verleihen dieser Gegend die optimalen Eigenschaften für die Herstellung von Rotweinen hoher Qualität -eine Tatsache, die sich schon die alten Römer zunutze machten.

Obwohl die Verkehrsanbindung dieser etwas abgelegenen Provinz gut ist, hat sich kaum Industrie um Toro angesiedelt. Der Landstrich lebt hauptsächlich von der Landwirtschaft und dem Durchgangsverkehr, da der N-122 als Nebenstrecke nach Portugal Bedeutung zukommt. In der 33 km entfernten Kapitale Zamora finden sich kleinere Fertigungs- und Dienstleistungsbetriebe und einige Niederlassungen größerer Transportunternehmen. In Toro werden hauptsächlich Getreide, Mais, Zuckerrüben und Sonnenblumen angebaut, aber auch die Kichererbsenkulturen und der Gemüseanbau an den Duero-Ufern haben eine gewisse Bedeutung.

Wein wächst hier zwischen 620 und 750 m hoch. Die Reben erstrecken sich auf sanft gewelltem Gelände, das durchsetzt ist mit Getreidefeldern. Hin und wieder bieten Pappeln und Pinien etwas Abwechslung, und der eine oder andere Tafelberg erhebt sich am Horizont. Die Erde ist von braun-gelblichen und rötlichen Farbtönen beherrscht. Merkliche Höhenunterschiede bieten sich nur am Fluss, der sich an einigen Stellen recht tief in die Landschaft gegraben hat. Der Duero macht kurz vor dem Eintritt in die Provinz Zamora einen Knick und durchfließt anschließend das Qualitätsweingebiet Toro von Ost nach West.

Geschichte

Man nimmt an, dass die Provinz Zamora zu den ältesten Weinbaugebieten im Inneren der Iberischen Halbinsel gehört und dass dort schon in vorrömischer Zeit Reben gepflanzt wurden. Bereits im Hochmittelalter waren die Weine aus der Gemeinde Toro berühmt und begehrt. Pilger auf dem Weg nach Santiago tranken die gehaltvollen Weine wegen ihrer stärkenden Wirkung. Alfons IV, König von León, schenkte 1208 der Kathedrale von Santiago de Compostela große Flächen Rebland in der Umgebung von Toro, um die Bedürfnisse des Klerus zu befriedigen. Ähnlich gelangten auch Klöster in Asturien zu Rebgelände in dieser damals politisch und wirtschaftlich bedeutenden Gemeinde.

Lange Zeit genoss die Weinproduktion der Region königliche Privilegien. In Sevilla durfte im 14.Jh. kein gebietsfremder Wein gehandelt werden, wenn er nicht aus Toro kam. Zwei Jahrhunderte später, als Weißweine aus Kastilien in der Gunst der Krone standen, stammten die ersten Rotweine, die am königlichen Hofe getrunken wurden, aus Toro. Alle anderen Rotweine wurden an der Stärke, der Farbe und am Aroma dieser Weine gemessen. Zwischen Toro und Zamora entschied sich 1476 das Schicksal der spanischen Krone. Die Schlacht von Toro brachte Isabella von Kastilien an die Macht, die nicht nur das Fundament für das moderne spanische Staatsgebilde legte, sondern auch Christoph Kolumbus auf seine Fahrt in die neue Welt schickte. Auf dessen Schiffen wurde der berühmte Wein aus Toro als eines der wichtigsten Verpflegungsmittel eingelagert und erreichte als erster Rotwein die Neue Welt.

Die Handelstradition der Weinerzeuger aus Toro setzte sich bis ins 19. Jahrhundert fort, als große Mengen Wein in das reblausgeplagte Frankreich exportiert wurden. Mit der Dürreperiode von 1945-1949 und der Gründung des Nationalen Weizendienstes begann überall in Spanien ein starker Rückgang der Rebfläche zugunsten des Getreideanbaus und damit ein Niedergang des kastilischen Weinbaus und der Weine aus Toro.

In den siebziger Jahren begannen einige Genossenschaften an die große Vergangenheit anzuschließen und Qualitätsweine zu keltern. 1985 gelang Toro mit der Ernennung zur "Denominación Específica" der erste Schritt zur Anerkennung als Qualitätsweingebiet, die schließlich im Mai 1987 erfolgte. Vor allem seit Mitte der 90er Jahre namhafte Erzeuger aus anderen Region in Toro investieren und in der Region einen erheblichen Anstieg der Zahl hervorragender Weine bewirkten, rückt das Anbaugebiet mehr und mehr ins Interesse der Weinkenner.

Klima

In der Weinregion Toro herrscht trockenes Kontinentalklima mit etwas atlantischem Einfluss. Die Sommer sind trocken und heiß, die Winter recht lang, hart und ebenfalls trocken. Spät- oder Frühfröste sind nicht ungewöhnlich. Die Niederschlagsmenge ist mit etwa 350-400 mm pro Jahr sehr gering. Der Osten der Provinz Zamora ist eines der trockensten Gebiete ganz Spaniens. Die Weinberge liegen zwischen 600-750 m hoch. Die Anzahl der Sonnenstunden beträgt über 3.000 pro Jahr.

Boden

Die Böden sind im Allgemeinen locker und durchlässig, von braun-gelblicher oder braun-rötlicher Farbe, mit einem hohen Sandanteil, teilweise auch kalkhaltig und in den besten Lagen mit recht hohem Eisengehalt. Um das Städtchen Toro herum sind die Böden sehr karg, und nicht sehr tief, mit einem recht hohen Kiesanteil. Hier werden nur relativ niedrige Erträge geerntet. Weiter im Osten, bei Morales de Toro, finden sich tiefere Böden mit einem hohen Anteil an Sand, durchsetzt mit Lehm und feldspatreichem Sandstein. Hier liegen die Erträge weit höher.

Rebsorten

Im Qualitätsweingebiet Toro sind vier Rebsorten zugelassen. Hauptsorte auf den D.O. Flächen ist die einheimische rote Traube Tinta de Toro, aus der alle Rotweine zu 75 Prozent hergestellt sein müssen. Als zweite rote Sorte wird die Garnacha Tinta angebaut. Für die Herstellung von Weißwein dürfen die weißen Sorten Malvasía und Verdejo verwendet werden.

Die Tinta de Toro ist eine nahe Verwandte der Tempranillo. Unter den harten Witterungsbedingungen hat sie jedoch im Lauf der Jahrhunderte einen eigenen Charakter entwickelt. Die Frucht ist von mittlerer Größe und damit etwas kleiner mit einer dickeren Schale als die Beere ihrer berühmten Verwandten. Ihre Farbe ist blauschwarz. Das Fruchtfleisch weist kleine rote Venen auf. Extrakt- und Tanningehalt der Beeren sind extrem hoch. Die Weine duften kräftig nach Brombeeren und reifen Kirschen. Der Säuregehalt ist in der Regel niedriger als der der Tempranillo. Über die Hälfte aller Tinto de Toro-Reben stehen auf wurzelechten Rebstöcken.

Strukturveränderungen in den letzten 20 Jahren führten zur Wiederentdeckung alter Qualität. Hauptrebsorte in der D.O. Toro ist die rote Tinto de Toro, eine Variation des Tempranillo. Traditionsgemäß brachte diese Traube schwere, tiefschwarze Rotweine mit recht geringer Säure hervor. Ein natürlicher Alkoholgehalt von 16 bis 17 Prozent war keine Seltenheit. Dieser Weinstil fand in den letzten Jahrzehnten immer weniger Freunde, was den Kontrollrat der D.O. veranlasste, die Reduzierung des Alkoholgehaltes zu forcieren. Die traditionell späte Ernte beginnt nun fast einen Monat früher. D.O.-Rotweine aus Toro dürfen heute maximal 15 Prozent vol. Alkohol enthalten.  Die heutigen nach modernsten Gesichtspunkten produzierten Weine haben nichts mehr mit dem früheren schweren und alkoholreichen Wein gemein. Die Weinlese beginnt wesentlich früher, so dass die Tinta de Toro (Tempranillo) mit einem Alkoholgehalt zwischen 13 und 14 Prozent ihre Vorzüge am besten entfalten kann.

Die Garnacha Tinta braucht viel Wärme und gilt als sehr resistent gegen echten Mehltau. Die Beere ist mittelgroß und dunkelviolett. Sie passt sich gut extremen Witterungs- und Bodenbedingungen an und wird spät gelesen. Die Beerenhaut ist dünn. Die Weine aus der Garnacha Tinta sind nur mitteldunkel, weisen aber einen kräftigen Körper auf. Sie neigt zu einer recht schnellen Oxidation und wird deshalb hauptsächlich für die Rosado-Herstellung und als Cuvéewein benutzt.

Weinbau

Der Weinbau ist in der Region Toro weitgehend traditionell geblieben. Erst mit der Flurbereinigung und den Rebumlegungen sind zahlreiche alte Weinberge ausgerissen und neue Anlagen gepflanzt worden. Bei den Neupflanzungen hat die Tinta de Toro als Hauptrebsorte den Vorrang. Man experimentiert mit über einem Dutzend verschiedener Klone. Die neuen Anlagen wurden vornehmlich von den großen Bodegas mit eigener Flaschenfüllung gepflanzt, die mehr und mehr eigene Reben zukaufen bzw. neupflanzen, um vom Markt unabhängiger zu werden.

Der traditionelle Weinberg ist in der Form der Einzelstockerziehung im Gobeletschnitt angelegt. Nur ein geringer Anteil der Flächen ist im Cordonschnitt auf Drahtrahmen gezogen. Die maschinelle Lese hat bislang nicht so viele Freunde bei den beim Kontrollausschuss eingetragenen Erzeugern gefunden. Die schon erwähnten unterschiedlichen Bodenbedingungen lassen eine unterschiedliche Pflanzungsdichte zu. Bei neuen Anlagen im Teilgebiet um Morales de Toro stehen bis zu 2.700 Stöcke pro Hektar, was gleichzeitig der vom Kontrollrat vorgeschriebenen Höchstzahl entspricht. Die Mindeststockzahl beträgt 900 pro Hektar. Für die Tinta de Toro ist in der ganzen D.O. eine maximale Erntemenge von 6.000 kg vorgeschrieben. Die durchschnittliche Erntemenge beträgt jedoch kaum mehr als 3.500-4.000 kg.

Nur ein Teil der Trauben, die in eingeschriebenen Weinbergen geerntet werden, werden zu Qualitätswein verarbeitet. Dies hat den Vorteil, dass auch in schlechten Jahren, in denen die weniger guten Trauben streng selektioniert werden müssen, genügend Lesegut zur Verfügung steht.

Mit Siebenmeilenstiefeln ist diese D.O. in den letzten Jahren in die Elite der spanischen Weine vorgedrungen. Und in der Tat kann man hier von einem kleinen »Weinwunder« sprechen, denn das, was hier auf die Flaschen gezogen wird, ist schlicht sensationell. Tiefrote, komplexe, haltbare Weine lassen die Herzen der Weinkenner höher schlagen.

Quelle: www.wein-aus-spanien.org

Landschaft in Toro

Blick auf den Duero in der Region Toro