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Valencia
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Steckbrief

D.O. Valencia

Lage: Liegt in der gleichnamigen Provinz am Mittelmeer und umfasst 66 Gemeinden.
Fläche: 13.079 ha
Klima: Mediterran und etwas feuchter im Küstenbereich; kontinentaler Einfluss und geringere Niederschläge im Binnenland. Durchschnittlicher Niederschlag 500 mm im Jahr.
Höhe: 250 bis 700 m
Böden: Überwiegend dunkle, kalkhaltige Sand- und Lehmböden mit geringem Tonanteil
Rebsorten:
Weiß: Malvasia, Chardonnay, Macabeo, Merseguera, Moscatel de Alejandría, Planta Fina, Pedro Ximenez
Rot: Garnacha Tinta, Monastrell, Tempranillo, Bobal, Cabernet Sauvignon, Graciano, Mazuelo,  Merlot,  Pinot Noir, Syrah,

Jahrgangsbewertung: siehe hier

Allgemein

Alles Valencia oder was? Valencia ist eine geschützte Weinbauregion in der autonomen Provinz Valencia mit der Provinzhauptstadt Valencia. Bekanntermaßen befindet sich diese Gegend an der spanischen Mittelmeerküste südlich von Katalonien. Hier liegt eine der fruchtbarsten und abwechslungsreichsten Landschaften Spaniens. Von den Gebirgsregionen im Norden und Süden über das hügelige Hinterland bis zur Küstenebene findet man hier eine ungeheure landschaftliche Vielfalt. Die Schwemmlandebene um die Stadt Valencia, wo in den Huertas Reis, Südfrüchte und exotische Gemüsearten gedeihen, ist eine der ertragsreichsten Agrarlandschaften ganz Europas. Der Wein gehört hier seit jeher zu den wichtigsten Produkten der Region. Neben La Mancha ist die Region Valencia die zweitgrößte Weinanbauregion Spaniens.

Geschichte

Dies lässt sich an vielen Orten und in so mancher antiker Schrift nachweisen. Bereits die Griechen wussten um den guten Wein aus Spanien und vermerken in Handels- und Reiseberichten, dass Weine aus der Gegend von Denia, Javeo und dem heutigen Alicante mit großem Erfolg nach Griechenland verschifft und dort verkauft wurden. Später waren auch die Römer angetan vom valencianischen Wein und sowohl Plinius der Ältere als auch Marcial berichten von den hervorragenden Monastrell-Weinen aus Sagunt. Prägestempel und Banderolen von Weinamphoren wurden gefunden, die zeigen, dass bereits die Römer viel von Qualitätskennzeichnung hielten. Nach dem Ende der maurischen Herrschaft nahm der Weinbau in Valencia wieder Fahrt auf und so entwickelte sich die Region über die Jahrhunderte immer weiter, führte Weingesetze ein und sorgte für die erfolgreiche Vermarktung ihrer Weine. In jener Zeit des aufstrebenden Weinbaus waren die Valencianos Vorreiter bei der Schaffung vorbildlicher Weingesetze. Aus dem Jahr 1626 stammt eines der ältesten Weingesetzbücher überhaupt (abgefasst in valenzianischer Sprache), das alle damals aktuellen weinrechtlichen Fragen regelte. In dem Werk findet sich beispielsweise auch eine Einteilung der Weine in drei Qualitätsstufen. Es wurden Steuern für den Handel mit Wein festgelegt, und ein Katalog von Strafen aufgeführt, mit denen man bei Zuwiderhandlungen gegen die Bestimmungen des „Weingesetzes“ zu rechnen hatte.

Den Höhepunkt des Weinanbaus erreichte Valencia schließlich im 19. Jahrhundert, als Frankreich erst vom Mehltau und dann von der Reblaus heimgesucht wurde. Die Weinbaufläche dehnte sich auf über 150.000 ha aus. Bis zum Jahr 1900 verkaufte man so Wein in schwindelerregendem Ausmaß nach Frankreich und dehnte die Rebfläche immer weiter aus. Die Phase dieses wirtschaftlichen Aufschwungs dauerte fast fünfzig Jahre, bis im Jahr 1900 die Reblaus auch in dieses Gebiet vordrang und den gesamten Rebbestand vernichtete. Auch in Valencia war man wie geschockt und pflanzte danach die Weinberge nur langsam und nicht wieder bis zum ursprünglichen Bestand auf. So wurden große Teile der einstigen Weinberge rund um Valencia mit Oliven-, Mandel- und Apfelsinen-Bäumen bepflanzt und Der Weinbau zog sich ein Stück ins höher gelegene, weniger fruchtbare Hinterland zurück.

Einteilung

Wein aus Spanien gehört seit jeher zu den wichtigsten Produkten der Region. Heute ist diese Autonomie mit ihren drei Provinzen Castellón im Norden, Valencia im Zentrum und Alicante im Süden nach der zentralspanischen Region Castilla-La Mancha das zweitgrößte Weinanbaugebiet Spaniens. In den drei Provinzen liegen heute insgesamt 8% der gesamten Weinbaufläche Spaniens. Die 230 bis 250 Millionen Liter Wein, die hier im Durchschnitt jährlich produziert werden, stellen ca. 7% der gesamten spanischen Weinproduktion dar. Dabei ist Valencia schon seit jeher nicht nur ein Zentrum der Weinproduktion, sondern auch einer der wichtigsten Handels- und Umschlagsplätze für spanische Weine. Aus dem Hafen von Valencia werden spanische Weine in die ganze Welt verschifft. Im Bereich der Region Valencia liegen derzeit drei geschützte D.O. Gebiete:

- D.O. Valencia

- D.O. Alicante

- D.O. Utiel Requena

Darüber hinaus gibt es noch zwei weitere Weinbauzonen, San Mateo in der Provinz Castellón und Beniarré in Alicante, die allerdings noch keine Anerkennung als D.O.-Status haben.

Die „Denominación de Orígen Valencia“, mit ihren insgesamt 15 000 ha eingetragener Anbaufläche, ist in drei Unterzonen aufgeteilt (Alto Turia, Valentino, Clariano), in denen z. T. völlig unterschiedliche geographische und klimatische Bedingungen anzutreffen sind, entsprechend verschieden sind die Weine aus diesen Gebieten. Alle drei Gebiete liegen im Hinterland der Stadt Valencia; dort also, wo die Küstenebene langsam in ein hügeliges, teilweise sogar gebirgiges Gelände übergeht.

Alto Turia, im Nordosten der Provinz Valencia, ist das höchstgelegene und bergigste der drei Teilgebiete. Die Weinberge liegen hier auf einer Durchschnittshöhe von 625 m über dem Meeresspiegel.

Valentino ist mit 29 Gemeinden und ca. 60% Rebfläche das größte Teilgebiet der D.O. Valencia. Die Weinberge liegen zwischen 150 - 500 über Meereshöhe.

Clariano, die dritte Subzone der D.O. Valencia, liegt ganz im Süden der Provinz an der Grenze zu Alicante. Die rund 30% restliche Rebfläche der D.O. verteilt sich auf 32 Gemeinden - unter anderem Onteniente, Albaida, Rugat und Pinet.

Rebsorten

Bei den weißen Rebsorten haben in der D.O. Valencia Macabeo, Malvasía, Moscatel, Merseguera sowie Sauvignon Blanc und Chardonnay die Nase vorn. Gerade für fruchtig-spritzigen Wein aus Spanien mit angenehmer Würze empfiehlt sich Merseguera, während die lokale Variation des Moscatel für hocharomatische und frische Weine sorgt.

Bei den Rotweinreben sind Monastrell, Forcayat und Garnacha die autorisierten Sorten. Aber auch hier haben die internationalen Rebsorten wie: Cabernet-Sauvignon, Syrah und Merlot Einzug gehalten. Gerade die Cuvée von spanischen Rebsorten mit internationalen Klassikern bringt in der D.O. Valencia geschmeidige und füllige Rotweine hervor.

Boden

Trotz der sehr unterschiedlichen regionalen Strukturen sind die Böden in den drei Teilgebieten der D.O. Valencia recht ähnlich: Es handelt sich um braune, kalkhaltige Böden, die arm an organischer Materie sind und eine dünne Auflage auf dem felsigen Untergrund bilden. Eine Ausnahme stellt allenfalls die Region Valentino dar, in der man lockere, tiefere Böden findet. Auch in der D.O. Utiel-Requena überwiegen die braunen Böden mit hohem Kalkgehalt, die eine gute Durchlässigkeit besitzen und arm an organischer Masse sind.

Klima

So unterschiedlich die landschaftlichen Strukturen des Valencia-Gebietes sind, so verschieden sind auch die klimatischen Bedingungen. Während in der Küstenregion feucht-heißes Mittelmeerklima vorherrscht, ist es in den Bergregionen trockener und weniger heiß. In Alto Turia, dem höchstgelegenen Teilgebiet der D.O. Valencia, beträgt die Durchschnittstemperatur 12,5° C, die jährlichen Niederschläge liegen bei etwa 450 mm. In Valentino und Clariano, also zur Küstenebene hin, liegt die mittlere Temperatur zwischen 14° C und 15° C, hier fallen dagegen 500 bis 550 mm Regen pro Jahr.

Valencia  - die Heimat der Paella 

So fruchtbar die Region Valencia ist, so abwechslungsreich und vielseitig ist ihre Küche. Vor allem anderen sind Reisgerichte die große Spezialität der valencianischen Küche, nicht umsonst ist die Albufera, das große Sumpfgebiet vor den Toren Valencias, eines der größten Reisanbaugebiete Europas. Das hat sich natürlich auf die regionale Küche ausgewirkt. Reisgerichte gibt es in der Gegend um Valencia in zahllosen Variationen.

Obwohl die Paella heute als "Nationalgericht" der Region Valencia und darüber hinaus (fälschlicherweise) ganz Spaniens gilt, ist sie erst vor ca. 200 Jahren entstanden. Ihre Heimat liegt aber definitiv in Valencia. Zuerst war Paella wohl nur ein Pfannengericht aus Reis, Gemüse, Kabeljau und Schnecken. Es galt als "Arme-Leute-Essen". Später erst gab man Fleisch dazu. Die Paella mixta (Meeresfrüchte-Fleisch-Paella) ist eine neuere Version der Paella Valenciana, die von den Einheimischen gern als Paella de turistas (Touristen-Paella) belächelt wird.  

Vorsicht bei der Zubereitung einer Paella: Die Flüssigkeit zum Kochen des Reis darf nur langsam nach und nach zugegeben werden, so dass der Reis seinen Biss behält und kernig bleibt. Meist verwendet man dazu kein Wasser sondern einen Sud von Meeresfrüchten oder eine andere Brühe. Das Wort Paella stammt übrigens aus dem Katalanischen und bedeutet einfach "Pfanne".

Die valencianische Küche hat jedoch mehr zu bieten als nur die große Palette der Reisgerichte. Berühmt sind vor allem die Meeresfrüchte und Fischgerichte der 500 Kilometer langen Küstenregion. Die nördlichen Küstenstriche Valencias um die Städte Veniaros, Guardamar und Benicarlo sind berühmt für ihre hervorragenden Langusten und ihren erstklassigen Schellfisch. Im Küstenbereich dieser Region haben Fisch-Eintöpfe eine lange Tradition, in denen die verschiedensten Fischsorten verarbeitet werden. Auch dazu wird häufig Reis verwendet, etwa bei dem sogenannten Arroz a Banda (Reis am Rand), bei dem der Reis in einem Fischsud gekocht und dann am Rand einer Pfanne serviert wird. Wie zu allen Reis-Gerichten reicht man hierzu normalerweise Allioli-Sauce mit reichlich

Hierbei handelt es sich um Fische - in erster Linie Goldbrassen und Lubinen die in einer Salzkruste zubereitet werden. Cro de Peix, das sind verschiedene in einer Beize eingelegte Fische, serviert mit Knoblauch, Petersilie, Safran, Tomaten und Paprikagewürz, Suc de peix, ein Fischbrühtopf oder die Fideua de Mariscos, eine Paella aus Nudeln und Meeresfrüchten, sind weitere Spezialitäten aus der valencianischen Küstenküche.

Valenzianische Paella