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Vinos de Madrid
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Steckbrief

D.O. Vinos de Madrid

Lage: Südlich der Hauptstadt Madrid
Fläche: 8.900 ha
Klima: Extrem kontinental mit kalten Wintern und heißen Sommern. Niederschläge zwischen 400 und 600 mm.
Höhe: 600 bis 800 m, teilweise bis 900 m
Böden: Wenig fruchtbare Böden mit granithaltigem Untergrund
Rebsorten:
Weiß: Airen, Malvar, Albillo, Perellada, Macabeo, Sauvignon Blanc, Moscatel
Rot: Tempranillo, Garnacha, Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah, Petit Verdot

Jahrgangsbewertung: siehe hier

Allgemein

Die Weine rund um die spanische Hauptstadt fanden dort schon immer Liebhaber. Forschungen belegen, dass schon im 13. Jahrhundert südlich der Hauptstadt Madrid schwere, alkoholreiche spanische Rotweine hergestellt wurden. Die heutige 3 Millionen-Metropole und übrigens höchstgelegene Hauptstadt Europas, besaß damals immerhin schon Stadtrechte. Vom 13. bis 16. Jahrhundert hatte die Weinerzeugung große Bedeutung. Im 17. Jahrhundert führten Hungersnot und Seuchen zu einem drastischen Bevölkerungsrückgang, der auch die Weinproduktion nahezu zum Erliegen brachte. Nach überstandener Reblausplage nahm die Rebfläche erst in den 1950er Jahren wieder zu. Im Jahr 1984 wurde schließlich die Herkunftsbezeichnung Vinos de Madrid anerkannt und 1990 offiziell genehmigt.

Geschichte

Madrid wurde ursprünglich von den Iberern und von den Karthagern bevölkert. Später herrschten die Römer im damaligen Hispanien. Sehr wahrscheinlich haben die den Weinanbau eingeführt. Durch Madrid führten wichtige Verkehrswege des römischen Hispanien und es war zu erwarten, dass ein weinanbauendes Volk wie die Römer die guten Bedingungen dieser Orte nutzten, um Wein herzustellen. Während der maurischen Herrschaft, ging die Weinproduktion zurück.

Die Region von Madrid wurde durch Alfonso VI. wieder erobert, der Magerit (Madrid) im Jahre 1.083 einnahm. Die Wiederbevölkerung wurde durch Menschen aus Altkastilien vorgenommen, hauptsächlich durch Leute aus Segovia, die ihr Wissen zum Anbau von Wein oder Getreide mitbrachten. Während des 13. und 14. Jahrhunderts erlangte die Weinherstellung in Madrid größere Bedeutung. Die Weine aus Madrid erreichen einen Hauch von Ruhm, der in mehreren literarischen Zitaten wiedergegeben wird. Diese guten Weine wurden in andere Orte exportiert. Im Jahr 1841 legte der Gemeinderat von Madrid seine Verkaufsbedingungen fest und in einem Schreiben an die Stadtherren von Burgos wird bestimmt, dass "die, die von dort kommen, um Wein zu holen, mit Fisch beladen kommen müssen und wenn sie keinen bringen, können sie keinen Wein mitnehmen."

Im Goldenen Zeitalter, als Madrid Hauptstadt des Königreiches wurde, nahm die Nachfrage nach Wein erheblich zu. Obwohl Phillip II. während der ersten Jahre seiner Regierung "Rheinwein" konsumierte, der ausdrücklich für ihn gebracht wurde, konsumierte die Bevölkerung die so oft gerühmten Weine der Umgebung.

Nach dreihundert Jahren Wirtschaftswachstum bedeutete das 17. Jahrhundert eine allgemeine Verarmung der jetzt autonomen Region von Madrid und brachte Hungersnot, Seuchen und einen Bevölkerungsrückgang mit sich, der bis zum 20. Jahrhundert anhielt. Dennoch hielt sich der Weinanbau auf einem guten Niveau und bewahrte all seinen Ruhm, obwohl die Depression ihre Spuren hinterließ.

Im Jahr 1914 wurde zum ersten Mal die Reblaus in der Gegend von Madrid entdeckt, die letztendlich die gesamten Weinberge in Madrid ruinierte. Dies zwang die Winzer zu Neuanpflanzungen Man nutzte die Gelegenheit, um neuere Rebsorten zu pflanzen und den Qualitätsstandard zu heben. Der Wiederaufbau verlief langsam aber kontinuierlich, während die Stadt Madrid als Markt für Qualitätsweine an Bedeutung gewann. Nach schwierigen Jahren wurde in den fünfziger Jahren mit dem Wiederaufbau der Weinberge begonnen. Im Jahr 1984 wurde die spezifische Herkunftsbezeichnung "Vinos de Madrid" anerkannt, die im Jahr 1990 offiziell genehmigt wurde. Gegenwärtig gewinnen sowohl die Weinberge wie auch die Kellereien von Madrid wieder den Ruhm zurück, den sie in der Vergangenheit hatten.

Lage

Die Region von Madrid befindet sich im Herzen der Iberischen Halbinsel und erstreckt sich vom Mittelgebirge (Sistema Central) bis zum Flusstal des Tajo. Im Norden befindet sich der südliche Hang der Gebirgskette von Guadarrama und ein Teil der Gebirgsketten von Somosierra und Gredos (Gebirgsland). Im Süden befinden sich die zentralen und südlichen Sektoren, die aus einer dichten Decke von Schwemmland und verwitterten Materialien bestehen und zum Tertiär gehören.

Die Region zählt mit rund sechs Millionen Einwohnern im Großraum zu den größten Metropolen Europas. Die Stadt Madrid (ohne Vororte) ist mit rund 3,2 Millionen Einwohnern nach London und Berlin die drittgrößte in der Europäischen Union. Madrid ist ein sowohl national als auch international bedeutendes Handels- und Finanzzentrum. Die Stadt bildet überdies den geographischen, politischen und kulturellen Mittelpunkt Spaniens.

Nordwestlich der Stadt erheben sich die Berge der Sierra de Guadarrama, die im Peñalara 2.429 m hoch aufragen. Nach Osten öffnet sich das Tal des Henares, in dem wichtige Verkehrswege nach Zaragoza und Barcelona verlaufen. Etwa 50 km südlich, am Tajo, liegt Spaniens „Mutterstadt“, die alte kastilische Hauptstadt Toledo.

Klima

Das Klima ist stark kontinental geprägt mit heißen Sommern und kalten Winter. Aber auch die Tages- und Nachttemperaturen weißen große Unterschiede auf. Die Jahresniederschlagsmenge beträgt nur 460 mm (in der Subzone Arganda) bis 628 mm (in der Subzone San Martin) und die Sommertemperaturen liegen häufig bei 35°C.

Das Weinanbaugebiet

Drei unterschiedliche Anbaugebiete bilden zusammen das Weinbaugebiet Vinos de Madrid im Süden der Provinz:

San Martín de Valdeiglesias

Navalcarnero

Arganda

San Martin de Valdeiglesias

So attraktiv die Bezeichnung einer Weinregion mit dem Namen der Hauptstadt auch sein mag, ist sie doch zugleich das größte Handicap. Denn die D.O. ist ein rein politisches Konstrukt. Von weinanbaulicher Einheitlichkeit in Bezug auf Boden, Klima und Tradition kann nicht die Rede sein. Die Weinbauregion Vinos de Madrid besteht aus drei unterschiedlichen Gebieten im Süden der Provinz Madrid. Das knapp 2300 ha große Gebiet San Martin de Valdeiglesias ist die westlichste und gebirgigste Zone. Die Weingärten liegen am Fuße der Sierra und in Hanglagen bis 800 m Höhe. Die Böden sind hier braun und sandig auf Granituntergrund, in den Flachlagen durchsetzt mit Erosionsmaterial. Das kontinentale Klima bringt immerhin 670 mm Niederschlag, doch die meist kurzen Regenphasen gehen abrupt in lange Trockenperioden über. Hier wächst traditionell die Garnacha - Traube und die weiße Albillo.

Navalcarnero

In Navalcarnero, mit 1200 ha die kleinste und wärmste Subzone fallen lediglich 530 mm Niederschlag. Entlang des Flusses Guadarama herrschen typische Schwemmlandböden und hauptsächlich Ton - Sand - Böden vor.  Darauf wachsen neben der weißen Airen vor allem Garnacha.

Arganda

Die größte und mit 450 mm Niederschlag trockenste Zone ist Arganda mit rund 4000 ha. Dieser Teil unterscheidet sich kaum von den weiten Ebenen der La Mancha mit ihren roten Lehm - Kalkböden. Die Böden der Region sind recht karg und daher ideal für den Weinanbau. Das kontinentale Klima mit heißen Sommern und eiskalten Wintern lässt die Reben ums Überleben kämpfen. Die geringen Erträge haben es allerdings in sich. Hier fühlt sich die Tempranillo - Rebe wohl, die in dieser Region relativ säurearme Weine hervorbringt. Ambitionierte Winzer bauen hier auch Merlot, Cabernet Sauvignon und Syrah an.

Als im Jahr 1990 die autonome Regierung jedoch die Herkunftsbezeichnung für Vinos de Madrid genehmigte, bedeutete dies eine klare Zusage an die hohe Qualität und die neuen Technologien, um dem Wein, den die Natur in dieser reichen Landschaft hervorbringt, den gebührenden Respekt zu zollen. Neuerdings sind es jedoch nicht nur heimatliche Gefühle, die Weintrinker dazu bewegen, Vinos de Madrid zu bestellen. Die Region hat angefangen sich zu mausern und zeigt mit beachtlichen Weinen, was die Erde rund um Madrid hervorbringen kann. Probieren Sie den einzigartigen El Regajal.

Rebsorten

In der geschützten Weinanbauregion Vinos de Madrid werden folgende Rotweinsorten angebaut:

Garnacha

Merlot

Cabernet Sauvignon

Syrah

Tempranillo