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Somontano
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Steckbrief

D.O. Somontano

Lage: Südseite der Pyrenäen in der Provinz Huesca
Fläche: 4.100 ha
Klima: Gemäßigt kontinentales Klima mit kalten Wintern. Niederschlagsmenge 500 mm im Jahr.
Höhe: 350 bis 650 m
Böden: Drei Bodentypen: Kompakte Kalkböden mit Kieselgestein, Granitsand und Schieferböden (Llicorella)
Rebsorten:
Weiß: Macabeo, Chardonnay, Garnacha Blanca, Sauvignon Blanc, Riesling, Gewürztraminer
Rot: Tempranillo, Cabernet Sauvignon, Garnacha Tinta, Merlot, Syrah, Moristel, Pinot Noir

Jahrgangsbewertung: siehe hier

Allgemein

Wenn man von Süden kommend auf das Weingebiet Somontano zufährt, bietet sich ein imposantes Bild: In der Ferne türmen sich die Bergriesen der Pyrenäen auf, davor die verschiedenen Vorgebirge und schließlich ein nach Norden ansteigendes, mit immer mehr Bergen und Felsen durchsetztes Plateau, das sich Somontano nennt. Das Gebiet liegt zwischen den Bergen und dem Ebrotal in der Provinz Huesca. Die Landschaft ist voller Kontraste, der Süden nur sanft hügelig, mit vielen Weinbergen und Getreide bepflanzt, der Norden mit schroffen Felslandschaften, steilen Tälern und Schluchten sowie einigen malerischen Dörfern, die sich zum Schutz gegen die Winde aus den Pyrenäen an die Bergrücken drücken. Wenn man von Süden her kommt, wirkt diese nur ca. 4.000 ha große Weinanbaufläche wie ein Amphitheater, das durch die umgebenden Berge eingerahmt wird.

Somontano heißt „unterhalb des Gebirges“ oder „am Fuße des Gebirges (span. somonte = pie de monte)“ und einen passenderen Namen könnte man für diesen schönen Landstrich an den Ausläufern der Pyrenäen kaum finden. Ein Großteil des Somontano kann für den Ackerbau nur beschränkt genutzt werden. Wo die Landschaft unwegsamer wird, stehen Oliven- und Mandelbäume. Der auffälligste Blickfang im südlichen Teil des Gebietes bei Barbastro ist eine von Weinbergen umgebene, weithin sichtbare Bergkuppe mit dem Monasterio del Pueyo, das als eine Art Wahrzeichen der Stadt und des Gebietes gelten kann. Die Kleinstadt Barbastro ist das wirtschaftliche Zentrum des Somontano. Heute ist Barbastro Sitz des Kontrollausschusses der D.O. Somontano. Ein Großteil der Rebfläche konzentriert sich auf die nähere Umgebung.

Geschichte

Die Geschichte des Gebietes verliert sich in der Prähistorik. Die ersten Hinweise auf Weinbau stammen aus vorchristlicher Zeit. Im Ebrotal wurden schon 500 v.Chr. Reben gepflanzt. Im Somontano begann der Weinbau nur wenig später. Barbastro, das Zentrum der D.O., wurde an einer Kreuzung römischer Straßen errichtet, und so waren es die Römer, die mit ihrer fortschrittlichen Technik den Weinbau systematisch förderten.

Die Mauren stießen zwar nicht weit in das Bergebiet vor, verdrängten aber die Karolinger aus dem zur Grafschaft Sobrarbe gehörenden Somontano und machten aus Barbastro ein blühendes Handelszentrum. Über 300 Jahre war die Gegend Frontgebiet. Die Geschichte erzählt von wechselnden Bündnissen, von Belagerungen und einem ständigen militärischen Hin und Her. 1100 wurde Barbastro endgültig christlich, was zur Folge hatte, dass sich eine Reihe von Klosterorden niederließ, die ihrerseits dem Weinbau zu einer neuen Blüte verhalfen.

Im 19. Jh erfuhr das Weingebiet Somontano, wie auch andere Weingebiete im Norden des Landes, einen bedeutenden Aufschwung durch die abrupt ansteigende Nachfrage aus Frankreich, dessen Weinwirtschaft unter den verheerenden Auswirkungen der Reblauskatastrophe litt. Die Anbaufläche jenseits der Pyrenäen wurde bedeutend ausgeweitet. Zur Jahrhundertwende suchte die Reblaus aber auch Spanien heim. Nachdem die Plage überwunden war, passten die Weingüter ihre Weinberge und die Weinproduktion während der letzten Jahrzehnte den neuesten Erkenntnissen an. Die letzten Jahrzehnte waren geprägt von einem steilen wirtschaftlichen und technischen Aufschwung der Weinbranche. Neben der Pflege traditioneller Methoden der Weinbereitung hielt in den Betrieben modernste Kellertechnik Einzug. Viele neue, modern arbeitende Bodegas wurden gegründet, viele bestehende Betriebe wurden rigoros modernisiert.

Das Weingebiet umfasst heute 43 Gemeinden, die sich hauptsächlich auf den Kreisbezirk Somontano konzentrieren. Knapp 4.000 ha stehen unter Reben. Bis in die späten 1980er Jahre produzierte das Gebiet vorwiegend Fassweine, die im Umland konsumiert wurden. 1986 wurde von der Gesellschaft zur landwirtschaftlichen und sozialen Förderung Aragons ein Weingut gegründet, um die Möglichkeiten des Somontano auszuschöpfen und mit gebietsfremden Rebsorten zu experimentieren. Daraus folgte, dass die Restrukturierung der Weinberge, die von einer großen Genossenschaft schon Jahre vorher begonnen worden war, entscheidend beschleunigt wurde. Die Weinbauregion zählt heute zu den modernsten Spaniens; über 80 Prozent der Reben werden in Drahtkultur gezogen, die von den Winzern in den 80er und 90er Jahren neu angelegt wurden. Die hohen Hektarerträge wurden durch den Kontrollrat der Region bei den weißen Rebsorten auf 9000kg/ha und bei den roten auf 8000kg/ ha beschränkt. 1985 erhielt Somontano die offizielle Bezeichnung Denominación de Origen (D.O.) und in kurzer Zeit erwarb sich dieses Gebiet mit charaktervollen, modernen Weinen sowohl in Spanien als auch im Ausland einen ausgezeichneten Ruf. Heute gehört Somontano zu den fortschrittlichsten Weinbaugebieten der Welt.

Rebsorten

So kam es, dass die junge D.O. Somontano zunächst durch Sortenweine wie Chardonnay , Gewürztraminer oder Chenin blanc bekannt wurde. Mit dem neuen Reglement ist inzwischen die Verwendung von Chenin blanc , Riesling oder auch Sauvignon Blanc untersagt worden. 1997 entfielen fast 75 Prozent der Gesamternte auf rote Trauben. Das Somontano bietet eine erstklassige Auswahl an Weinen. Bei den Rotweinen können schon die jungen Rotweine überzeugen. Ob rebsortenrein - was sehr häufig der Fall ist - oder als Cuvée aus verschiedenen Rebsorten, die Mischung aus Frucht und Kraft ist bestechend. Bei den Weißweinen überzeugt vor allem der Chardonnay, gefolgt vom Gewürztraminer, der hier wirklich seine typischen Eigenschaften entwickelt. Auch die Rosados können ganz vorzüglich sein und gehören zu den Besten Spaniens. Besonders beeindruckend aber sind die großen Rotweine, oft aus Cabernet Sauvignon und Merlot, die mit den großen Namen aus anderen Regionen mithalten können.

Kein Qualitätsweingebiet Spaniens außer dem Penedés hat so viele zugelassene Rebsorten wie die D.O. Somontano. Das neue Reglement sieht fünf weiße und acht rote Traubensorten vor.

Die Moristel ist eine im Somontano heimische rote Sorte, die zwar mit der Monastrell der Levante verwandt ist, aber einen eigenen Charakter entwickelte. Die Weine zeichnen sich durch einen eleganten Beerenduft und eine Würze aus, die bei der levantinischen Verwandten nicht ausgeprägt ist. Er oxidiert leicht und wird deshalb als Jungwein ausgebaut oder mit anderen Sorten wie der Tempranillo verschnitten.

Eine weitere lokale Rotweintraube ist die Parraleta. Sie weist äußerlich eine gewisse Ähnlichkeit mit der Tempranillo auf. Die Traube ist aber mittelgroß mit recht dünner Haut. Bei geringem Ertrag eignen sich die Weine gut für den Ausbau in Holz. Sie haben eine kräftige Säure und ausgeprägte Tannine mit zurückhaltenden Fruchtaromen nach roten Beeren sowie einen deutlich vegetabilen Charakter.

Die Tempranillo gilt als die feinste Rotweintraube Spaniens. Sie wird in der Ribera del Duero "Tinto Fino", in Katalonien "Ull de Llebre" und in Castilla-La Mancha "Cencibel" genannt. Sie hat eine recht dicke Schale von dunkler Tönung. Die Weine bestechen durch eine kräftige Farbe, eine ausgewogene Säure und elegante Kirsch- und Brombeernuancen. Zudem sind sie oxydationsbeständig, eignen sich hervorragend für eine lange Lagerung auf Holz und werden sortenrein und im Verschnitt ausgebaut.

Die heute überall auf der Welt angebaute rote Sorte Cabernet-Sauvignon stammt ursprünglich aus Frankreich. Die Beere ist klein, mit einer sehr dicken Schale und gibt aus diesem Grund wenig Most ab. Aufgrund ihrer kräftigen Farb-, Säure- und Tanninstruktur eignet sie sich hervorragend für den Ausbau im Holz. Typische Geschmacksaromen sind schwarze Johannisbeere, grüner Paprika und Zeder.

Bei der erst vor kurzem vom Kontrollauschuss offiziell zugelassenen roten Traube Merlot handelt es sich um eine anpassungsfähige Rebsorte, die in feuchten wie in trockenen Gebieten recht hohe Erträge bringt. Sie wird im Somontano vor allem in Coupagen verarbeitet. Die Weine zeichnen sich durch Weichheit und schöne Frucht von roten und schwarzen Beeren aus.

Pinot Noir ist eine edle Traube aus dem Burgund. Sie ist sehr empfindlich und bringt feine, sehr vielschichtige Rotweine hervor. Die Weine zeichnen sich durch feine Kirsch-, Erdbeer-und Himbeeraromen aus.

Die Garnacha Tinta ist die meistangebaute rote Rebsorte Spaniens. Sie braucht viel Wärme, um reif zu werden und gilt als sehr resistent gegen echten Mehltau. Sie passt sich gut an extreme Witterungs- und Bodenbedingungen an und wird spät gelesen. Die Weine aus der Garnacha Tinta weisen einen kräftigen Körper auf. Sie neigen zur Oxidation und werden deshalb hauptsächlich für die Rosado-Herstellung benutzt sowie bei der Rotweinbereitung zum Verschnitt. Die Weine aus der Sorte Garnacha Blanca erreichen einen hohen Alkoholgrad und haben einen vergleichsweise niederen Säuregehalt. Die Traube ist mittelgroß mit gelb-grüner Farbe. Die Weine haben ein angenehm fruchtig-weiches Bukett mit leichten Gewürznoten. Sie sind gefällig und eigenen sich für den Verschnitt.

Die weiße Alcañón ist im Somontano heimisch. Die großbeerige Traube bringt weiche Weine mit niedriger Säure, zurückhaltenden Zitrusaromen und deutlich vegetabilen, etwas krautigen Anklängen, die ihnen einen eigenen Charakter verleihen.

Die aus Burgund stammende Chardonnay-Traube hat sich sehr gut an das Klima in Somontano angepasst und entwickelt vor allem in Eiche vergoren, komplexe, cremige Weine mit guter Struktur. Die für die Sorte typischen Fruchtnoten sind Melone und reifer Apfel.

Macabeo, in anderen Gebieten Viura genannt, gehört zu den am meisten verbreiteten weißen Sorten in Spanien. Sie ist spättreibend und frostresistent und gilt als sehr anpassungsfähig. Die Trauben sind groß und bringen frische, reintönige Weine mit zurückhaltender limoniger Frucht hervor.

Gewürztraminer ergibt florale, würzige Weißweine mit extrem intensiven Aromen nach Rosen und Würze und recht hohem Alkoholgehalt bei geringer Säure. Die Beere ist klein und weist eine gelb-violette Farbtönung auf.

Klima

Ein den Pyrenäen vorgelagerter Berggürtel schützt das Weingebiet vor den eisigen Winden des Hochgebirges. Die D.O. Somontano liegt nur 350-650 Meter über dem Meeresspiegel.

Das Klima ist gemäßigt kontinental mit kalten Wintern, ohne jedoch die sehr tiefen Werte zu erreichen, die im Rest von Aragón üblich sind. Große Temperatur-Schwankungen zwischen Sommer und Winter, aber auch zwischen Tag und Nacht sind für dieses Gebiet charakteristisch. Ein Faktor, der Zucker- und Säuregehalt der Trauben positiv beeinflusst und ihre Aromastoffe prägt. Die Sommer sind trocken und warm mit großem Temperaturgefälle zwischen Tag und Nacht im den Monaten Juni und November. Die Durchschnittstemperatur beträgt 11 Grad. Rund 2.700 Sonnenstunden im Jahr zählt das Gebiet. Es fällt im Durchschnitt 500 mm Regen, wobei die Niederschläge von Norden nach Süden und von Westen nach Osten abnehmen. Das Gros der Niederschläge fällt im Frühjahr und Winter. Somontano hat das ausgeglichenste Klima aller Weingebiete in der Provinz Aragón.

Quelle: www.wein-aus-spanien.org


Weinberge Bodegas Laus

Weinberge der Bodega Laus