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Navarra
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Steckbrief

D.O. Navarra

Lage: Südwestlich am Fuße der Pyrenäen in der gleichnamigen Provinz
Fläche: 11.300 ha
Klima: atlantische, kontinentale und mediterrane Klimaeinflüsse. Niederschlagsmenge 400  - 700 mm im Jahr.
Höhe: 400 bis 700 m
Böden: Drei Bodentypen: Kompakte Kalkböden mit Kieselgestein, Granitsand und Schieferböden (Llicorella)
Rebsorten:
Weiß: Viura, Chardonnay, Garnacha Blanca, Moscatel  Grano Menudo, Malvasía, Sauvignon Blanc
Rot: Cabernet Sauvignon, Garnacha Tinta, Graciano, Merlot, Tempranillo, Syrah, Mazuela, Pinot Noir

Jahrgangsbewertung: siehe hier

Geschichte

Die autonome Region Navarra erstreckt sich über mehr als 100 km  vom Norden der Region um Pamplona bis zu ihren südlichen Ausläufern ins Ebrotal. Navarra gehört zu den reizvollsten und abwechslungsreichsten Landstrichen Spaniens. Kulturelles, wirtschaftliches und geographisches Zentrum der Region ist die fruchtbare Hochebene um die Landeshauptstadt Pamplona. Während der Norden Navarras vom grünen und feuchten Südhang der Pyrenäen mit seinen Wäldern, Seen und Flüssen geprägt ist, erstreckt sich südlich Pamplonas ein weinreiches Hügelland zum Ebro hin.

Navarra gehört zu den ältesten Weinregionen der Welt. Der Weinführer "il punto" bezeichnet das Anbaugebiet als Urweinwelt. Schon in vorrömischer Zeit wurde hier Weinanbau betrieben, aber unter den Römern gelangte der Weinanbau zur ersten Blüte. Reste antiker römischer Kellereien, Grabstätten und Amphoren bestätigen die soziale und wirtschaftliche Bedeutung der Rebe in dieser Zeit. Während der maurischen Besetzung ging der Weinanbau zurück, verschwand aber nie ganz, weil die Mauren den Anbau von Tafeltrauben forcierten.

Die Gründung der ersten Klöster im 9. und 10. Jahrhundert, sowie der Beginn der Pilgerung nach Santiago de Compostela, waren die beiden Gründe für die Ausbreitung der Rebflächen. Durch die Pilger gelangten neue Vinifera - Reben nach Navarra und der Fortschritt in der Kellertechnik hatte in den Klöstern seinen Ursprung. Nach der Reconquista und im gesamten Mittelalter etablierte sich Navarra als großes Weinland. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts hatte die Rebfläche vermutlich ihre größte Ausbreitung, die sich sogar nördlich von Pamplona erstreckte.

Im 17. Jahrhundert nahmen die Weinbauflächen so großen Platz ein, dass nicht mehr genügend Ackerland zum Anbau von Korn vorhanden war. Neuanlagen von Weinbergen waren unter Strafe verboten. Ende des 19. Jahrhunderts, als in Frankreich die Reblaus wütete, wurde spanischer Wein aus Navarra ins Nachbarland exportiert. Mit etwas Verspätung, kam die Laus dann auch nach Spanien und vernichtete dort einen Großteil der Reben. Mit dem Einsatz von reblausresistenten Unterlagen und einer Umstrukturierung der An- und Ausbaumethoden entstanden viele Bodegas, wie wir sie heute noch kennen.

Dem Nachbar der Rioja gelang früh die Umstellung auf moderne Rotweine. Garnacha, Tempranillo, aber auch Cabernet Sauvignon, Merlot und Co. haben sich hervorragend an die Region angepasst. Aber trotzdem bestimmen Garnacha und Tempranillo weiterhin das Feld. Qualitativ hochwertige Rot- und Weißweine aus Navarra gibt es für alle Gelegenheiten und für jeden Geschmack. Aber Navarra ist auch das Herkunftsland der besten spanischen Rosados.

Aktuell verfügt Navarra über 17.753 ha Rebfläche, verteilt auf die fünf Weinbauzonen:

Ribera Baja

Ribera Alta

Tierra Estrella

Valdizarbe

Baja Montaña


Klima

In Navarra ergibt sich eine einzigartige klimatische Konstellation auf der iberischen Halbinsel. Hier treffen atlantische, kontinentale und mediterrane Klimaeinflüsse aufeinander. Die Nähe des kantabrischen Meers, der Einfluss der Pyrenäen und die Wärme des Ebrotals ermöglichen diese klimatische Komplexität. Grund dafür ist die Lage der Region in einer „Wetterscheide”. In Navarra verläuft die Grenze zwischen dem feuchten und kühlen atlantischen Klima und dem heißen, trockenen Mittelmeerklima. Entsprechend unterschiedlich sind die Witterungs- und Niederschlagsbedingungen in den Subzonen der D.O. Navarra. Bedingt durch diese unterschiedlichen Einflüsse, ergeben sich große Unterschiede, die für die Vielfalt der angebauten Rebsorten mitverantwortlich sind. Schon in den 80er Jahren begann man hier internationale Rebsorten anzubauen. Navarra unterteilt sich in fünf Weinanbau - Provinzen, die sich auf die Mitte und den Süden der Region konzentrieren:

Boden

Analog zum Klima variieren auch die Böden in den verschiedenen Teilgebieten der D.O. Navarra. In der nördlichen Hügelregion der Baja Montaña findet man viele rötliche bzw. gelblich gefärbte Böden von unterschiedlicher Tiefe auf grauem Mergel. Am Oberlauf des Flusses Aragón sind die Böden kalkhaltig und von entsprechend kalkweißem Aussehen. Die starke Wärmereflektion dieser Böden bedingt ein besonderes warmes Kleinklima.

In den Regionen Valdizarbe und Tierra Estella ähnelt die Bodenstruktur der in Baja Montaña. Es überwiegen rötlich-graue Böden auf lehmiger Grundlage mit Eisenbeimischungen. Zwischendurch finden sich hier intensiv röte Böden, beispielsweise um die Ortschaft Mañeru. Genauso wie in den anderen Bereichen gibt es Rebflächen auf Schwemmböden. Das Gelände ist praktisch flach mit gutem Wasserabzug, tiefgründig mit lehmiger Textur und häufig steinig.

In der Zone Ribera Alta dominieren wiederum die kalkhaltigen Böden geologisch jungen Ursprungs aus dem Eozän und Miozän, mit Ausnahme der wesentlich älteren Böden in den Flusstälern, die meist von sandiger, rötlicher Erde bestimmt werden. Die meisten Hänge bestehen aus unterschiedlich dichten und steinigen Böden, leicht und dünn oder lehmig auf abwechselnd Mergel- und Sandschichten

Die meisten Böden in der Ribera Baja stammen ebenfalls aus dem Miozän, sind also auch, geologisch gesehen, „junge“ Böden. Rötliches Grau beherrscht das Landschaftsbild südlich Tudelas. Es handelt sich um flache, tiefgründige Böden mit leichter, häufig steiniger Struktur. Im Norden der Ribera Baja herrscht dagegen ein kalkhaltiges Rot vor. Unterschiedliche Klimazonen und die Verschiedenheit der Böden sind die Basis für den Nuancenreichtum der Navarra-Weine. Diese Faktoren prägen den individuellen Charakter der Weine aus den verschiedenen Teilregionen.

Rebsorten

In Navarra wird eine große Vielfalt an weißen und roten Rebsorten angebaut. Für den Weinliebhaber werden daraus die verschiedensten Weinarten kreiert: Rosados, junge oder im Holz ausgebaute Weißweine und junge oder im Holz ausgebaute Rotweine. Über 70 % der Rebfläche belegen einheimische Rebsorten, während die restlichen 30 % aus den bekannten internationalen Rebsorten bestehen.