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Rioja
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Steckbrief

D.O.Ca. La Rioja

Lage: Südwestlich der Pyrenäen  im Ebrobecken
Fläche: 63.300 ha
Klima: atlantische, kontinentale und mediterrane Klimaeinflüsse. Niederschlagsmenge 450 mm im Jahr.
Höhe: 400 bis 700 m
Böden: Drei Bodentypen: Ein Gemisch aus Kalkton, Tonerde, Kreide und Sandstein, 2. Stark eisenhaltige Tonerde, 3. Magerton- und Lehmböden
Rebsorten:
Weiß: Viura, Malvasía, Chardonnay, Garnacha Blanca, Sauvignon Blanc, Verdejo, Tempranillo Blanco
Rot: Tempranillo (Hauptsorte), Garnacha, Graciano, Mazuelo, Maturana Tinta

Jahrgangsbewertung: siehe hier

Allgemein

Überquert man die Pyrenäen von Frankreich kommend in Richtung Süden, erreicht man bald das Tal des Ebro, der Nordspanien in südöstlicher Richtung bis hin zum Mittelmeer durchfließt. Am Mittellauf des Ebro, ca. 50 km südlich von Pamplona, erstreckt sich auf 120 km Länge und 40 km Breite die bekannteste Weinbauregion Spaniens: Rioja. Etwa einhundert Kilometer liegen zwischen Haro, der westlichsten Stadt des Herkunftsgebiets, und der Stadt Alfaro am östlichen Ende. Auf dieser Fläche breiten sich die Weinberge des Anbaugebiets Rioja auf beiden Seiten des Flusses Ebros aus und erreichen dabei eine Meereshöhe von bis zu 700 Metern.

Rioja ist das Herzstück von Spaniens Weinwelt. Die Region verdankt ihren Namen dem Fluss „Río Oja”, einem der sieben Nebenflüsse des Ebro in diesem Gebiet, der von Süden kommend nahe der Stadt Haro in den Ebro mündet. Hier liegt auch der Mittelpunkt der bekanntesten spanischen Weinbauregion. Hier lag und liegt die Wiege des modernen spanischen Weinbaus. Nachdem jüngere D.Os., insbesondere die D.O. Ribera del Duero und die D.O.Ca. Priorat, Rioja fast den Rang abgelaufen hatten, hat eine beispiellose Qualitätsoffensive die Region wieder zu alter Stärke zurückgebracht. Dabei ist eine große stilistische Vielfalt entstanden. Immer noch liegt hier die Heimat einiger der großartigsten Rotweine Spaniens und keine andere Region bietet auf diesem Niveau ein solch breit gefächertes Spektrum. Supermodernen, hochkonzentrierten Weinen stehen klassische, lang gereifte Gran Reservas im alten Stil gegenüber. Beides hat seine Berechtigung und dem Weinliebhaber kann es nur Recht sein, wenn sich die Winzer zu immer neuen Anstrengungen herausfordern.

Das gesamte Anbaugebiet wird durch das Zusammenwirken von zwei völlig kontroversen klimatischen Einflüssen begünstigt: das atlantische Klima und das mediterrane Klima. Ihr Zusammenspiel bewirkt gemäßigte Temperaturen und eine durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge von etwa 400 l. So werden ideale klimatische Voraussetzungen für den Qualitätsweinbau geschaffen. Die bedeutendste aller Weinbauregionen Spaniens ist gleichzeitig auch die Wiege der Tempranillo - Traube. Keine andere Region hat sich um das Ansehen dieser Rebsorte so verdient gemacht. 1991 wurde Rioja zur ersten "Superappellation" - D.O.C.a. - erkoren. Die Bodegas unterliegen den strengsten Qualitätskontrollen durch den Consejo Regulador. Somit zählt die Weinbauregion zu den weltweit wichtigsten Qualitätsweingebieten.

Der westliche Teil der Region mit den Teilgebieten Rioja Alta und Rioja Alavesa weist die höchsten und damit auch kühlsten Lagen auf, während der östliche Rioja Baja Abschnitt bis auf 300 Meter abfällt und ein eher mediterranes Klima mit heißeren Sommern aufweist. Das nordwestliche Ufer des Ebro wird durch gelbe Kalk-Ton-Böden bestimmt, die an der Bergflanke immer karger werden. Die Tempranillos fallen hier voller aus, zeigen eine mittlere bis moderate Säure und gelten als ausgesprochen fruchtbetont. Auf der anderen Flussseite breiten sich in sanft geschwungenem Gelände die Rebberge der Rioja Alta aus. Dieses Teilgebiet ist mehr von eisenhaltigem Ton und tieferen Schluff- und Schwemmböden bestimmt, wobei auch hier immer wieder hervorragende Kalklagen anzutreffen sind.

Oftmals fallen die Tempranillos vom Südufer etwas schlanker und rotfruchtiger aus. Der durchschnittliche Reifeverlauf der Tempranillo im Zentrum der Rioja Alta erlaubt den Winzern in der Regel erst zwei Wochen später zu lesen als ihre Kollegen in Dörfern wie Villabuena auf der baskischen Flussseite. Die kühlsten Lagen der Rioja mit teilweise steinigen Böden ziehen sich allerdings im westlichsten Zipfel des Südufers in Richtung raues kastilisches Hochland. Das Tannin gibt sich dort strenger, die Weine zeigen sich bei guter Säure etwas sperriger als die oft reifer wirkenden Gewächse des Nordufers. Heute sind diese kühlen Lagen mit ihren kargen Böden überaus begehrt.

Im warmen Osten öffnet sich das vormals relativ enge Flusstal und mündet in flacheres Gelände mit Schwemmlandböden und tiefem Tongrund. Doch vor einem schnellen Aburteilen der Rioja Baja sei gewarnt. Tatsächlich findet sich hervorragendes Tempranillo-Terroir auf und an den Flanken der hohen Tafelberge. Definierte man Rioja Alta über kühlere rote Frucht und das Nordufer über dunklere Beeren und Kalkmineralität, dann stünde die Rioja Baja für die etwas süßere rote Frucht mit würzigeren Anklängen.

La Rioja unterteilt sich in 3 Subregionen: 

Rioja Alta

1. Die größte, und bekannteste Region Rioja Alta mit den größten und bekanntesten Bodegas. Rioja Alta ist das eigentliche Zentrum des Weinbaus, das sich südlich des Ebros zu den Bergen der Sierra de la Demanda hin erstreckt. Hier liegen nicht nur 42 Prozent der Anbaufläche der gesamten Rioja, hier findet man auch die meisten und größten Bodegas der Region. Auffallend sind die hellbraunen, kalkhaltigen Lehmböden. Angebaut wird hier vorwiegend die Tempranillo-Traube , die den Rioja-Weinen Charakter und Eleganz verleiht. Auch hier herrscht, wie in der Rioja Alavesa, auf Grund der höheren Lage ein kühleres Klima, das noch vom Einfluss des Atlantiks bestimmt wird. Hier wachsen leichte, frische Weine von hervorragender Qualität. 

Rioja Alavesa

2. Kleiner, feiner und teilweise sogar höher gelegen Rioja AlavesaDie Rioja Alavesa ist nördlich des Ebro zwischen Haro und Logroño gelegen; sie ist das kleinste der drei Teilgebiete. Die Weinberge befinden sich hier vorwiegend an Südhängen. Hier macht sich der Einfluss des Atlantiks im Norden bemerkbar. Die Weine haben einen niedrigen Säuregehalt und eine ausgeprägte Blume. Die Niederschlagsmengen liegen bei fast 500 mm/Jahr. Die Böden sind leicht und kalkreich, locker und porös.

Rioja Baja

3. Die Subzone Rioja Baja schließt sich im Osten an Rioja Alta an und folgt im Flachland dem Flussverlauf des Ebro in Richtung Mittelmeer. Auf die 37 Gemeinden der Rioja Baja entfallen ca. 36 Prozent der Anbaufläche. Das Klima ist hier bereits merklich wärmer und trockener. 3.000 Sonnenstunden werden jährlich gezählt, es fällt nur noch ca. 370 mm Niederschlag pro Jahr. Die Erträge in diesem Gebiet sind höher als in den anderen Gebieten der Rioja. Die Weine weisen einen höheren Alkoholgrad und einen niedrigeren Säuregehalt auf. 

Rioja hat sich nach schwerem Gegenwind aus den aufstrebenden Weinbauregionen Kastiliens wieder gefangen und gilt inzwischen als fest etabliert und ungebrochen attraktiv. Weingenießer schätzen die kompakte und hochwertige Qualität der letzten Jahre. Unter Verzicht auf zu viel Holz haben die Bodegeros der Region zwar modernere, fruchtbetonte Weine kreiert, aber nach wie vor behaupten sich auch die traditionellen, klassisch ausgebauten Reservas und Gran Reservas als die bekanntesten Rotwein-Botschafter Spaniens. Sehr abwechslungsreiches Terroir und das spezielle Klima mit atlantischen, kontinentalen und mediterranen Einflüssen bringen eine große Bandbreite von qualitativ hochwertigen Weinen hervor, die jedes Weinkennerherz höher schlagen lassen.

Geschichte

Glaubt man der Legende, so wurde im Gebiet der heutigen Rioja bereits zurzeit der Römer Weinbau betrieben. Ausgrabungen in der Rioja Alavesa zumindest deuten darauf hin, dass es bereits damals Weinbau gab. Nachweislich lassen sich die Anfänge des Weinbaus in der Rioja bis ins 11. Jahrhundert datieren. Nach der Befreiung Spaniens von der Herrschaft der Mauren ließen sich in der Rioja Zisterzienser-Mönche nieder, die die ersten Rebstöcke pflanzten. Dabei profitierte der junge Weinbau vom großen Erfahrungsaustausch der Mönche mit dem französischen Burgund, wo Weinanbau schon zu jener Zeit eine lange Tradition hatte. Nachdem die Klöster den Weinbau zu einer ersten Blüte gebracht hatten, stieg Anfang des 16. Jh. die Zahl der Bauern, die ihre Betriebe vom Ackerbau auf Weinbau umstellten. Offensichtlich wandelte sich damals auch der Weingeschmack. Das blieb nicht ohne Folgen für die Qualität des Weines. Die Zeit der großen Klosterweine war vorbei. Der gesteigerten Nachfrage wurde in erster Linie mit Weinen der Rebsorte Mazuelo entsprochen, die hohe Erträge bei geringem Alkoholgehalt brachte.

Im 17. und 18. Jh. entwickelte sich eine Vorliebe für den Clarete, eine damals beliebte und spezifische Mischung zwischen Rotwein und Weißwein. Die Spezialität des Clarete wird auch heute noch in der Region produziert. Eine entscheidende Wende für die Bedeutung des Rioja-Weins im internationalen Handel brachte schließlich das Jahr 1780, als Manuel Quintano eine in Bordeaux entwickelte Ausbautechnik einführte und als erster benutzte. Damit wurden "mittelalterliche" Behandlungsmittel wie Harz, Fisch oder Branntwein überflüssig. Die Extraktionszeit, während der die Farbe aus den Schalen in den Most wandert, wurde verkürzt und die Klärung des Weines wurde erstmalig mit dem Eiweiß von Hühnereiern durchgeführt.

Jahre später war es der Marqués Luciano de Murrieta, der mit Unterstützung des Duque de la Victoria die von Quintano eingeführte Technik weiterentwickelte. Der Duque de la Victoria stellte ihm seine Kellerei und seine Weinberge zum Experimentieren zur Verfügung. Schließlich kauften sie eine neue Finca, auf der sie eine Kellerei errichteten. Dort begannen sie auch, die Cabernet-Traube einzuführen und wurden damit zum historischen Vorläufer einer aktuellen Entwicklung: Auch heute experimentiert man in der Rioja wieder verstärkt mit der Cabernet Sauvignon-Traube.

Gegen Ende des 19. Jh. brach ein goldenes Zeitalter für den spanischen Weinbau an, von dem auch die Rioja profitierte. In Frankreich vernichtete die Reblaus den Weinbau, was zu einem drastischen Anstieg der Nachfrage an spanischen Weinen führte. Weinhändler aus allen Ländern interessierten sich für die Weine aus der Rioja. Weinbauern und Kellermeister aus Bordeaux ließen sich in der Rioja nieder und brachten ihre Erfahrungen und Kenntnisse mit. Die Rioja wurde an das Eisenbahnnetz angeschlossen, und es entstanden Weinkellereien im Bordeaux-Stil. In der Rioja bildeten sich in jener Zeit viele große Weingüter, die heute noch als Markenzeichen für den Weinbau der Region stehen.

Zur Jahrhundertwende suchte die Reblaus auch Spanien und Rioja heim. Das Interesse an einem gesicherten Minimalertrag stand in jener Zeit im Vordergrund. Nachdem die Plage überwunden war, passten die Weingüter ihre Weinberge und die Weinproduktion während der letzten Jahrzehnte den neuesten Erkenntnissen an. Gleichzeitig gehörte die Rioja in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zu den Vorreitern in der Entwicklung einer modernen Weingesetzgebung, Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung. Im Jahre 1926 wurde der erste "Consejo Regulador" (Kontrollausschuss) gegründet, und 1945 erhielt Rioja als eines der ersten Anbaugebiete Spaniens die offizielle Anerkennung als Denominación de Origen (geschütztes Anbaugebiet).

Die letzten Jahrzehnte waren geprägt von einem steilen wirtschaftlichen und technischen Aufschwung der Weinbranche. Neben der Pflege traditioneller Methoden der Weinbereitung hielt in den Betrieben modernste Kellertechnik Einzug. Viele neue, modern arbeitende Bodegas wurden gegründet, viele bestehende Betriebe wurden rigoros modernisiert. Das Resultat lässt sich sehen. Heute gehört Rioja zu den fortschrittlichsten Weinbaugebieten der Welt. Die große Bedeutung der Rioja als Weinanbaugebiet zeigt sich auch daran, dass die geschützte Herkunftsbezeichnung (Denominación de Origen) der Region im Jahr 1991 mit der Auszeichnung "calificada" aufgewertet wurde. Seither ist die Rioja Denominación de origen calificada (D.O.C.). Um diese Auszeichnung zu erhalten, muss ein Gebiet einer Reihe besonderer Qualitätsanforderungen gerecht werden, die die Rioja und das Priorat als die beiden einzigen spanischen Regionen erfüllen.

Klima

Die unterschiedlichen Klimazonen werden vor allem durch die unterschiedlichen Höhenlagen und, damit verbunden, durch die Gebirgszüge bestimmt, von denen die Rioja umgeben ist. 

1. Rioja Alta und Rioja Alavesa

Hier macht sich der Einfluss des Atlantiks im Norden bemerkbar. Zu Beginn des Frühjahrs, wenn die Weinstöcke in der Blüte stehen, wird das Klima durch warme Ostwinde und hohe Temperaturen bestimmt. Heiße und sonnenreiche Sommer mit kühlen Brisen in den Nächten folgen. Den Herbst kennzeichnen milde Temperaturen. Im Winter kommt es zu gelegentlichen Schneefällen und häufiger Reifbildung.

2. Rioja Baja

Hier macht sich der Einfluss des mediterranen Klimas bereits stark bemerkbar. Im Jahresmittel gesehen ist es hier heißer und trockener als in den anderen Regionen. Hier gibt es gelegentliche Schäden durch Hagelschlag und durch den trocken-heißen "Solano"-Wind. Die winterlichen Temperaturen fallen nur selten unter den Nullpunkt.

Boden

In der Rioja kommen drei verschiedene Bodentypen vor:

1. Ein Gemisch aus Kalkton, Tonerde, Kreide und Sandstein. 

2. Stark eisenhaltige Tonerde. 

3. Magerton- und Lehmböden mit Anschwemmungen des Ebro und seiner Nebenflüsse (= sog. alluviale Ablagerung).


Diese Bodentypen verteilen sich folgendermaßen auf die Weinbaugebiete:

Rioja Alavesa: Kalktonböden

Rioja Alta: Ablagerungen, durchmischt mit kalk- und eisenhaltiger Tonerde und Anschwemmungen

Rioja Baja: Eisenhaltige Tonerde und alluviale Ablagerungen

Rebsorten

In der Weinbauregion Rioja sind vom Consejo Regulador sieben Traubensorten zugelassen, die spanischen Ursprungs sind. In begrenztem Umfang erlaubt die Weinbaubehörde auch ausländische Rebsorten.

Vier spanische Rotweinsorten: Tempranillo, Garnacha, Graciano und Mazuelo

Drei spanische Weißweinsorten: Viura, Malvasia und Garnacha Blanca

 

Quelle: www.wein-aus-spanien.org

Video: http://www.youtube.com/watch?v=uGIV_N4ZrG8